Wissenschaftliche Fakten

Die Hausarztverträge wurden durch die Universitäten Frankfurt am Main und Heidelberg mehrfach wissenschaftlich evaluiert. Dabei wurden unter anderem die Versorgungsqualität, die Kostenstruktur und die Patientenbetreuung in den Verträgen untersucht.

Hier ein kurzer Überblick über die Ergebnisse:

Niedrigere Hospitalisierungsrate

Durch die intensivere hausärztliche Betreuung in den Hausarztverträgen konnte die Zahl der Krankenhauseinweisungen gesenkt werden.

  • Konkret: Die Hospitalisierungsrate pro hundert Versicherte lag 2014 in der Interventionsgruppe bei 22,2 und in der Kontrollgruppe bei 26,1.

 
Gezieltere Arzneimitteltherapie

Durch die regelmäßige Teilnahme an strukturierten Qualitätszirkeln und die bessere Koordination erfolgt die Arzneimitteltherapie zielgerichteter und effizienter.

  • Konkret: Bei Patienten mit SSRI-Therapie erfolgte die Verordnung von Analgetika für die teilnehmenden Patienten so, dass die Wahrscheinlichkeit für das potentielle Auftreten eines Serotoninsyndroms um 12,7 Prozent niedriger lag im Vergleich zu Patienten in der Kontrollgruppe.

 
Geringere Kosten für Krankenkassen

Durch die effizienteren Strukturen können Krankenkassen Versichertengelder einsparen.

  • Konkret: Die AOK Baden-Württemberg hat durch die Hausarztverträge und Facharztverträge 2015 knapp 35 Millionen Euro netto eingespart.

 
Bessere Versorgung

Mehrere Faktoren führen in den Hausarztverträgen zu einer höheren Qualität der Versorgung. Dazu zählt unter anderem, dass die Teilnahmerate an strukturierten Chronikerprogrammen (Disease-Management-Programme [DMP]) in den Hausarztverträgen signifikant höher ist als in der Kontrollgruppe.

  • Konkret: Im Verlauf von drei Jahren konnten in der Interventionsgruppe bei Diabetikern gut 1.700 schwerwiegende Komplikationen wie Amputationen, Erblindungen oder Schlaganfälle vermieden werden.

 
Intensivere Patientenbetreuung

Durch die intensivere hausärztliche Versorgung fühlen sich die Patienten umfassender betreut.

  • Konkret: Bei einer Befragung sahen die Patienten den besseren Informationsfluss und die Lotsenfunktion des Hausarztes als wesentliche Faktoren an, durch welche sie sich besser versorgt sehen.

 

Quelle: Evaluation der Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) nach § 73b SGB V in Baden-Württemberg (2013-2016). Nachzulesen auf: www.neueversorgung.de